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Babys und Schlafen - wie? wann? wo?

Als ich in Erwartung meines ersten Kindes war, da hatte ich noch so meine eigenen Ideen bezüglich Babys, Mutterschaft und Erziehung. Jeder kennt den wunderschönen Spruch: Schlafen wie ein Baby. Jede Mutter unter Euch weiss, dass dieser Spruch nur von einem kinderlosen Menschen (wahrscheinlich männlich) in die Welt gesetzt sein muss.

Babys und schlafen - gegensätzlicher kann es kaum sein.

Natürlich hatte ich mich darauf vorbereitet nachts alle zwei Stunden stillen zu müssen, und ich war mir auch darüber im klaren, dass ich einige Monate weniger Schlaf als üblich bekommen würde, aber jetzt, beinahe 6 Jahre und 3 Kinder später weiss ich, dass die schlaflosen Nächte sich um einige Jahre rausziehen können. Aber ganz ehrlich: man gewöhnt sich ja an alles.

Ich weiss noch wie mich das Thema Schlaf im Zusammenhang mit meinem Baby am Anfang sehr verunsichert hat. Meine Kinder waren alle "schlechte Schläfer", wenn man nach den gesellschaftlichen Normen schaut. Von allen Seiten kriegt man Ratschläge und Kommentar bezüglich des "nicht- durchschlafens", "nicht im eigenen Bett schlafens", "mit bei Mama im Bett schlafens" und der Ränder unter meinen Augen. Vorallem die ältere Generation, aber auch überraschender Weise von einigen jüngeren Müttern kam immer wieder der Rat mein Kind in sein Bettchen zu legen (da wo es hingehört) und weinen zu lassen, bis es endlich schläft. Die berühmte Ferber Methode.

Ich bin heute so froh, dass ich immer auf meine eigene innere Stimme gehört habe, und mich nicht davon hab überzeugen lassen. Ich bin meinem Herzen gefolgt, bei allen drei Kindern und habe meinen eigenen Weg gefunden, ein Weg und eine Manier, die zu mir und meinen Kindern passt. Mein Weg braucht nicht Dein Weg zu sein. Jeder muss für sich entscheiden wie er/sie es mit seinen Kindern nach gutem Gewissen macht. Aus eigener Entscheidung und nicht unter Zwang von gesellschaftlichen Normen.

Gerne teile ich mit Euch einen wunderschönen Artikel von Stillkinder.de :


Liebste Mami,
ich bin ganz durcheinander. Ich bin daran gewöhnt, in deinen weichen, warmen Armen einzuschlafen.

Jede Nacht liege ich eng an dich gekuschelt; nah genug um deinen Herzschlag zu hören, nah genug um deinen wunderbaren Duft zu riechen.

Ich sehe dein schönes Gesicht an, während ich allmählich in den Schlaf gleite, sicher und geborgen in deiner liebevollen Umarmung.

Wenn ich aufwache, weil mein Magen knurrt, meine Füße kalt sind oder ich Deine Nähe brauche, bist du sofort bei mir und es dauert nicht lange, bis ich wieder tief und fest schlafe.

Aber seit letzter Woche ist alles anders geworden…

In dieser Woche lief es jede Nacht so:

Du hast mich in mein Kinderbett gelegt, mich mit der Bettdecke zugedeckt und mir einen Gute-Nacht-Kuss gegeben.

Und dann hast du das Licht ausgemacht und bist weggegangen.

Zuerst war ich verwirrt und habe mich gefragt, wo du hin bist.

Schnell wurde mir angst und bange und ich habe nach dir gerufen.

Ich habe gerufen und gerufen, nach dir, Mami.

Aber du bist nicht gekommen!

Ich war so traurig, Mami, ich habe mich so sehr nach dir gesehnt.

Ich habe noch nie vorher so starke Gefühle gehabt.

Wo bist du hin?

Irgendwann bist du zurückgekommen!

Oh, was war ich glücklich und erleichtert, dass du wieder da warst!

Ich hatte schon gedacht, du hast mich für immer verlassen!

Ich habe dir meine Arme entgegengestreckt, aber du hast mich nicht hochgenommen.

Du hast mir noch nicht einmal in die Augen geschaut.

Du hast mich mit diesen warmen, weichen Armen wieder hingelegt, sagtest nur: „Shhhh, jetzt ist Schlafenszeit.“ und bist wieder weggegangen.

Das wiederholte sich mehrmals, wieder und wieder…

Ich weinte und rief nach dir und nach einer immer längeren Zeit bist du endlich zurückgekommen, hast mich aber nicht in die Arme genommen.

Nachdem ich eine ganze Zeit geschrien hatte, konnte ich nicht mehr und musste aufhören.

Mein Hals tat einfach zu sehr weh.

Mein Kopf dröhnte und mein kleiner Magen hat geknurrt.

Am schlimmsten aber schmerzte mein Herz.

Ich konnte einfach nicht verstehen, warum du nicht kommst?

Nach mehreren solchen Nächten, die sich für mich unendlich anfühlten, habe ich aufgegeben.

Du kommst nicht, wenn ich schreie, und wenn du irgendwann doch endlich kommst, siehst du mir nicht einmal in die Augen, geschweige denn, nimmst du meinen zitternden, schluchzenden, kleinen Körper in die Arme.

Das Schreien tut zu weh, um es sehr lange weitermachen zu können.

Ich verstehe es einfach nicht, Mami.

Während des Tages, wenn ich hinfalle und mir den Kopf stoße, nimmst du mich hoch und küsst meinen Schmerz weg.

Wenn ich hungrig bin, stillst du mich oder gibst mir zu essen.

Wenn ich zu dir krabble, um geknuddelt zu werden, liest du meine Gedanken, nimmst mich hoch, küsst mein kleines Gesicht und sagst mir, dass ich etwas ganz besonderes für dich bin und wie sehr du mich liebst.

Wenn ich dich brauche, bist du sofort für mich da.

Aber in der Nacht, wenn es dunkel und still ist und mein Nacht-Licht komische Schatten an die Wände wirft, verschwindest du.

Ich kann schon sehen, dass du müde bist, Mami.

Aber ich liebe dich so sehr, ich möchte einfach nur nah bei dir sein. Das ist alles.

Jetzt bin ich ruhig in der Nacht…
Aber ich vermisse dich trotzdem – immer noch!

Original: A Letter From a Sleep-Training Baby von Alternate Mama, November 2011

Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juni 2015